Zitate
„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“ - das ist das bekannteste Zitat von Raiffeisen. Doch es gibt noch viele mehr!
Die folgenden Zitate sind zum großen Teil entnommen aus:
Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Zitate, zusammengestellt und herausgegeben von Marvin Brendel, erschienen in der Reihe Geno | dition, Berlin 2018, 70 S.
1 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und seine Idee
„Die veränderten Zeitverhältnisse und Umstände erfordern eine andere Betriebsart und eine andere Stellung der verschiedenen Wirtschaftsgenossen zueinander.“
„Die (...) wichtigste Frage (...): Lassen sich auch dem kleinen Landwirt die Wege des rationellen Betriebes öffnen und wie lassen sich auch ihm die Vorteile des Großbetriebes dienstbar machen.“
„Die gute Wirkung kann nur eine allmähliche sein.“
„Durch das Zusammenwirken <in einer Genossenschaft> wird die Kluft zwischen Reich und Arm mehr und mehr überbrückt.“
„Eine allseitige Beteiligung ist dringend anzuraten.“
2 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und die Praxis
„Der Bauer, der Handwerker, ja sogar der Tagelöhner (...) müssen (..) ihren Bankier, ihre Kasse haben, in welche sie ihre Ersparnisse einlegen, von der sie den notwendigen Bedarf an Geld jederzeit entnehmen können, und zwar zu einem möglichst günstigen Zinsfuß.“
„Mitgliedern, welche weder fleißig noch sparsam und schlechte Haushälter sind, und welche die Darlehn voraussichtlich nur dazu benutzen werden, leichtsinnig Schulden zu machen, wird Geld, selbst auch bei Stellung der besten Bürgen, nicht zu gewähren sein.“
„Ein möglichst hohes Reservekapital ist für einen Verein der in Rede stehenden Art ein dringendes Bedürfnis. Es (...) gibt diesem (..) den rechten Kern, den inneren Halt und eine Sicherheit zum Fortbestehen.“
3 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und das Management
„Zuverlässigkeit des Charakters und gemeinnützige Gesinnung sind die Haupterfordernisse für die Verwaltungsorgane.“
„Dem Vorstand sind alle mit irgendeiner Gefahr verbundenen Geschäfte ausdrücklich verboten.“
„Es muss jedes gewagte Geschäft beharrlich ausgeschlossen werden.“
„Es kommt auf <die> Zuverlässigkeit des Charakters sowie besonders darauf an, ob das Herz warm für die Mitmenschen schlägt.“
4 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und die Selbsthilfe
„Derartige Vereine sind nur dann lebensfähig (...), wenn sie auf die unbedingte Selbsthilfe gegründet sind.“
„Selbsthilfe (..) bewirkt die Entfaltung sowie die möglichst ausgedehnteste Anwendung und Nutzbarmachung der Kräfte der Bevölkerung und des Bodens.“
„Möchte (..) die ländliche Bevölkerung (...) sich (..) zur Selbsthilfe aufraffen und gemeinschaftlich die in ihr wohnende Kraft zum eigenen Vorteile verwenden.“
„Bei den Bedürftigen (...) wird (...) das Bestreben hervorgerufen, alle moralischen und physischen Kräfte auf das Höchste anzuspannen.“
„Wir müssen uns selbst helfen. Alle Bedingungen dazu sind vorhanden, alle Mittel und Kräfte stehen uns reichlich zu Gebote. Wir brauchen dieselben nur zur Anwendung zu bringen.“
5 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und „Vater Staat“
„Die Gesetzgebung wird es sich (...) zur Aufgabe machen müssen, der freiheitlichen Entwicklung der Vereine die Wege zu bahnen und für eine berechtigte Selbsthilfe die Hindernisse zu beseitigen.“
„Es können (...) nur solche Gesetze in Betracht kommen, welche den Bestrebungen der Bevölkerung, sich selbst emporzuarbeiten, die Wege ebnen.“
6 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und das lokale Handeln
„Der Vereinsbezirk ist tunlichst klein abgegrenzt, um bei der dadurch ermöglichten genauen Personenkenntnis auf jedes einzelne Mitglied nötigenfalls moralisch einwirken zu können.“
„Die Mitglieder eines (...) kleinen Vereins können nichts Besseres tun, (...) <als> sich jeden Sonntagnachmittag zu versammeln, um in gemütlicher Weise die gemeinsamen wirtschaftlichen Angelegenheiten zu beraten.“
7 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und das Ganzheitliche
„Die Darlehnskassen-Vereine <sind> nicht allein Geldinstitute. Sie sollen auch erziehlich auf ihre Mitglieder einwirken. Durch Vorträge (...) in den Generalversammlungen sollen die Mitglieder über all das, was zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage not tut, belehrt werden.“
„Es ist nicht die Aufgabe der Darlehnskassen-Vereine, in kurzer Zeit möglichst großen Gewinn zu machen, sondern ihren Mitgliedern in jeder Beziehung zu helfen.“
„Der Erwerb von Immobilien ist das beste Mittel, Fleiß und Sparsamkeit für alle Familienmitglieder nachhaltig zu erzeugen.“
8 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und sein Glauben
„Es gibt nur ein Mittel, die sozialen und besonders auch die wirtschaftlichen Zustände zu bessern, nämlich die christlichen Prinzipien, selbstredend ohne Rücksicht auf Konfession, in freien Genossenschaften zur Geltung zu bringen.“
„Die christliche Solidarität muss zu einem allgemeinen Grundsatz werden und ins allgemeine Bewusstsein muss übergehen, das Gefühl der Pflicht, das man neben der Fürsorge für sich und die Seinen auch für die Mitmenschen tätig zu sein hat.“
„Die soziale Frage ist durch Christus längst gelöst. (...) Sie liegt einfach in der organisierten Fürsorge für die Geringsten, die schwächeren Glieder der Gesellschaft.“
9 Friedrich Wilhelm Raiffeisen und das Thema Bildung
„Was Du einmal gelernt hast, kann Dir niemand nehmen, es wird Dir im späteren Leben nützlicher sein als Geld.“
„Um die Jugend (...) zu erziehen, sind tüchtige, wohlausgebildete Volksschullehrer erforderlich, und um diese zu erlangen, ist es dringend nötig, das Einkommen derselben mit Rücksicht auf die jetzigen Verhältnisse angemessen zu erhöhen.“