Raiffeisenwoche 2026

Ein Auftakt nach Maß – mit zwei Verbandsbürgermeistern, Chormusik und Dr. Ralf Kölbach

Eine Vortrags- oder Informationsveranstaltung in einem Innenraum: ein Redner steht vorne neben einer projizierten Präsentationsfolie mit dem Titel „Wir wollen reden über...“, davor sitzen mehrere Zuhörer in Reihen (überwiegend ältere Personen). Im Raum sind Tische, Stuhlreihen und eine Roll-up-Banner; es wirkt wie ein Gemeindesaal oder Veranstaltungsraum. (Ich kann keine Personen identifizieren.)

Wenn in den Verbandsgemeinden Hamm (Sieg) und Altenkirchen-Flammersfeld, im Norden von Rheinland-Pfalz gelegen, stets Anfang Juli zahlreiche Veranstaltungen rund um Friedrich Wilhelm Raiffeisen und seine Genossenschaftsidee stattfinden – dann ist Raiffeisenwoche. So auch 2026 – und der Reigen der Termine, Anlässe und Begegnungen begann am ersten Juli-Freitag. Bei der Eröffnungsveranstaltung im Mittelpunkt: der Vortrag von Dr. Ralf Kölbach, Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft, zum Thema: „Die Genossenschaftsidee – Eine Chance für eine orientierungslose Welt.“

Eingestimmt wurden die rund 100 Gäste im KulturHaus Hamm von den Verbandsbürgermeistern aus Hamm (Sieg) und Altenkirchen-Flammersfeld, Dietmar Henrich und Fred Jüngerich. Seite an Seite und im engen Schulterschluss begrüßten sie die Gäste aus dem gesamten Raiffeisenland, freuten sich, wie in der Raiffeisenwoche „Tradition mit Zukunft sich verbindet“ und meinten – nur ein wenig augenzwinkernd –, dass die Bedeutung der Veranstaltungsreihe „gerne auch in der Landeshauptstadt Mainz zur Kenntnis genommen werden darf“. 

Sodann spannte Dr. Ralf Kölbach – als Vorstandssprecher der Westerwald Bank kennt er das Raiffeisenland bestens – den Bogen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, benannte deren zahlreichen Herausforderungen (u. a. „Klima, Geopolitik, Demographie und Künstliche Intelligenz“) und machte deutlich: „Die Genossenschaftsidee ist kein Relikt des 19. Jahrhunderts – sie ist vielmehr eine Haltung zur Welt, so wie sie heute ist. In einer Zeit, in der vermeintliche Gewissheiten wegbrechen, bietet sie u. a. Humanismus, Solidarität und parteipolitische Neutralität als verlässliche Werte.“ Und, so fügte Ralf Kölbach hinzu: „Ich bin überzeugt: In der Genossenschaftsidee liegt ein Schlüssel für die Zukunft.“

Begrüßung duch die Verbandsbürgermeister Im Gespräch mit Dr. Ralf Kölbach Blick in das Plenum

Die anschließende Diskussion, nach dem, so die Rhein-Zeitung „begeistert aufgenommenen Vortrag“: rege, nachdenklich, offenherzig. Die Gäste wollten mehr zum Thema KI wissen („Was kommt alles auf uns zu?“), interessierten sich für die Praxis der Genossenschaftsidee und nutzten die Gelegenheit für Vernetzung und Kontakt. Wofür nicht zuletzt die Akteure, die in Hamm (Sieg) und in Altenkirchen-Flammersfeld „in Sachen Raiffeisen“ engagiert sind, die touristische Angebote schaffen, durch Museen führen und die Gäste aus nah und fern empfangen, zur Verfügung standen.

Dass die Eröffnung der Raiffeisenwoche 2026 derart munter, anregend und bewegend stattfand – dazu trug die Chormusik der „Bunten Töne“ wesentlich bei. Mit einem Willkommenslied begannen sie ihre „Setlist“, anschließend ging es stimmlich „Über sieben Brücken“ und zum Finale wurde den „Dorfkindern“ ein (wunderbares) musikalisches Denkmal gebaut.

Das Dankeschön an alle Akteure für einen „Auftakt nach Maß“ der diesjährigen Raiffeisenwoche, moderiert vom Geschäftsführer der Raiffeisen-Gesellschaft, Stefan Zowislo, fiel einhellig aus – inklusive einiger Wegzehrungen aus den Manufakturen des Westerwaldes. Auf ein Wiedersehen bei der Raiffeisenwoche 2027!

Gut besuchte Veranstaltung zum Auftakt Der Chor "Bunte Töne" Die "Talking Heads" der Veranstaltung